1967 wurde ja so einiges eingeführt und vieles davon ist auch wieder im Erdboden versunken. Eine Innovation hat sich jedoch bis heute erfolgreich gehalten: die Mehrwertsteuer.

Erstmalig in der Bundesrepublik wurde unter Bundesfinanzminister Franz Josef Strauß im April 1967 die Einführung der Mehrwertsteuer zum 1.1.1968 beschlossen. 14 Jahre lang hat der Bund an der Mehrwertsteuerreform gearbeitet und dennoch verlief der Start holprig: Viele Detailfragen waren noch ungeklärt. Die „Mehrwertsteuerfibel“, eigens vorgesehen, um die Menschen über das neue Steuergesetz zu informieren, erschien gerade mal sechs Tage vor der offiziellen Einführung der Mehrwertsteuer.

Nachdem die Reform durch den Bundestag gekommen ist, schickten Wirtschaftsverbände Heerscharen durch die Republik, um bei den Unternehmen vor Ort Aufklärungsarbeit zu leisten. Da die Nachfrage so groß war, mussten die Schulungen streckenweise in Wirtshäusern und Kinos abgehalten werden, weil die Seminarräume nicht ausreichten. Es ist die Rede von dem bislang kompliziertesten Gesetzwerk der Nachkriegszeit.

Heute ist die Mehrwertsteuer die wichtigste Einnahmequelle für Bund und Länder und beträgt ca. 180 Milliarden Euro pro Jahr.