Revitalisierungsprojekte sind zwar komplex, lohnen sich aber für alle Seiten

Vor 50 Jahren baute man in die Höhe, gut sichtbare Parkhäuser waren der Trend in den autobegeisterten 1960er Jahren. Kein Wunder, die Zulassungszahlen stiegen unaufhörlich und in den Innenstädten wurde der Parkraum knapp. Moderne Parkraumbewirtschaftung verlangt mittlerweile deutlich nach individuelleren und kreativeren Lösungen. Denn sowohl Stadtbilder, die durch Parkhäuser maßgeblich mitgeprägt werden, als auch das Mobilitätsverhalten der Menschen sind einem ständigen Wandel unterworfen. So sind heute viele City-Bewohner aufgrund von Carsharing oder Fahrdiensten nicht mehr auf einen eigenen Wagen angewiesen. Zeitgleich werden Wohnungen in der Innenstadt rar und immer teurer.

Neue Ansätze müssen her

Um diesen Umständen Rechnung zu tragen, baut Contipark an einigen Stellen bestehende Parkhäuser zurück oder verlegt Stellflächen in die Tiefe. Auf diesen oberirdischen Freiflächen entstehen in Kooperation mit anderen Unternehmen neue Wohn- und Geschäftsgebäude oder Parkanlagen. Am Ende soll den Gebäuden neues Leben eingehaucht werden, auch dank architektonischer Aufwertung, sodass sie sich harmonisch in das Stadtbild einfügen. „Diese Umnutzungs- und Revitalisierungsprojekte sind oft sehr komplex und herausfordernd. Beispielsweise müssen viele Baugenehmigungen eingeholt und Gutachten bestellt werden. Manchmal sind 30 bis 40 Behörden in den Prozess mit eingebunden. Auch Gestaltungsbeiräte und Fassadenwettbewerbe wurden schon ins Leben gerufen“, sagt Andreas Knops, Bereichsleiter Immobilienmanagement, Akquise & Recht, seit 1997 bei Contipark.

Ein Mehrwert für die Stadt

Bei der Auswahl der Partner greift Contipark auch auf lokale Unternehmen zurück, die in der jeweiligen Stadt gut vernetzt sind. In diesen Partnerschaften wird dann im Rahmen einer Projektentwicklung das unternehmenseigene Know-how von Contipark mit den Kompetenzen des Partners gebündelt. Stets in enger Abstimmung mit Contipark kümmern sie sich um die baulichen Maßnahmen, etwa den Rückbau des Bestandsgebäudes, die Errichtung des neuen Gebäudes inklusive Tiefgarage und nicht zuletzt um die Entwicklung der Oberflächenbebauung.

„Diese Projekte haben Vorteile für alle Seiten: Das Stadtbild wird aufgewertet, Contipark erwirbt in Form von Tiefgaragen neue Eigentumsobjekte bzw. sichert Standorte langfristig und der Partner kann die Oberflächenbebauung entwickeln und vermarkten“, fasst Andreas Knops zusammen.

Einige Beispiele:

München Oberanger
2005 wurde das Areal zwischen dem Münchener Viktualienmarkt und Sendlinger Tor gemeinsam mit einem Partner zum „Angerhof“ umgebaut. Contipark als Erbbauberechtigter des darauf befindlichen Parkhauses – Baujahr 1967 –, war maßgeblich an der Gestaltung beteiligt. Das oberirdische Parkhaus wurde in eine Tiefgarage mit vier Ebenen umgewandelt, die wiederum im Teileigentum bewirtschaftet wird. Darüber entstand ein Wohn- und Geschäftshaus. 2010 wurde die Tiefgarage Testsieger des ADAC Parkhaustestes und in Folge von der Presse zum Besten Parkhaus Deutschlands gekürt.

Webseite: Parkhaus Oberanger München

Köln Heumarkt
In den 1990er Jahren sollte der historische Heumarkt, zuletzt ein Gewirr von Straßenflächen, Schienen, Parkplätzen und Toilettenhäuschen, wieder seinen Platzcharakter zurückerhalten. Geplant wurde der Bau einer darunter befindlichen Tiefgarage. Contipark und Hochtief gewannen seinerzeit die europaweite Ausschreibung und setzten das Projekt um.
Aufgrund der historischen Bedeutung des Heumarkts, immerhin entstand der Marktplatz bereits im Mittelalter, fanden vor dem Bau der Tiefgarage umfassende archäologische Ausgrabungen statt. Die gefundenen Überreste aus der Vergangenheit, vervollständigen heute einen Teil der Kölner Stadtgeschichte. Die im Besitz von Contipark befindliche Tiefgarage stellt mittlerweile mit 460 Plätzen einen wichtigen Anlaufpunkt für Parkplatzsuchende in der Kölner Innenstadt dar.

Webseite: Tiefgarage Heumarkt Köln

Köln Cäcilienstraße
Das Aral-Parkhaus an der Cäcilienstraße sorgte direkt nach seiner Eröffnung für Furore. 1967 wurde das Gebäude inklusive einer Tankstelle im Erdgeschoss in zentraler Lage am Neumarkt mit dem Kölner Architekturpreis ausgezeichnet, der damals zum ersten Mal verliehen wurde.
Das 48 Jahre alte Parkhaus mit seinen grobkörnigen Waschbetonplatten wurde 2015 schließlich abgerissen, um Platz für ein neues Hotel zu schaffen. Darunter entsteht eine moderne Tiefgarage mit 363 Stellplätzen, die Contipark im Erbbaurecht weiter betreiben wird. Durch die unmittelbare Nähe zur Schildergasse liegt diese Parkeinrichtung im Einzugsgebiet einer der vier meistfrequentierten Einkaufsmeilen Deutschlands.

Webseite: Tiefgarage Cäcilienstraße Köln (in Kürze)

Potsdam Luisenplatz
Ein weiteres wichtiges Stadtentwicklungsprojekt fand zum Jahrtausendwechsel in Potsdam statt. Der bekannte Luisenplatz, der seit den 1930er Jahren als Parkplatz genutzt wurde, sollte in Vorbereitung auf die im Jahr 2001 in Potsdam stattfindende Bundesgartenschau umgestaltet werden. Contipark gewann die europaweite Ausschreibung. Nach nur 18 Monaten Bauzeit, eröffnete der damalige Oberbürgermeister Matthias Platzeck am 1. Dezember 2000 feierlich die Tiefgarage mit ihren 278 Stellplätzen, die schon damals mit einer Breite von 2,50 m angelegt wurden. Der Standort stellt die Verbindung zwischen der Fußgängerzone in der Potsdamer Innenstadt zum Schloss Sanssouci dar. Über den beliebten Zugang „Grünes Gitter“ ist der Schlossgarten bequem zu erreichen.
2012 ging die Tiefgarage als Testsieger aus dem deutschlandweiten ADAC Parkhaustest hervor.

Webseite: Tiefgarage Lusienplatz Potsdam