„Millenium“ wurde 1999 zum „Wort des Jahres“ gekürt und das nicht ohne Grund. Je näher der vermeintliche Jahrtausendwechsel kam, desto nervöser wurden die damaligen IT-Verantwortlichen in vielen Unternehmen. Dabei stand der kalendarische Jahrtausendwechsel erst 2000 auf 2001 auf dem Programm. Mit den wildesten Vorahnungen wurde der Silvesternacht 1999 entgegengefiebert. Würden tatsächlich Flugzeuge vom Himmel fallen, ganze Städte in Dunkelheit getaucht und das Internet abstürzen? Ganz genau wusste das niemand. Grund für die Hysterie war eine Doppel-Null. Als die Entwicklung von Computern und Software in den 1950-er/60-er Jahren begann, war der Jahrtausendwechsel noch ein gutes halbes Jahrhundert entfernt. Aus diesem Grund verzichteten die Entwickler auf die 19, als das führende Jahrhundert. Vielleicht etwas zu leichtfertig, wie ihre Nachfolger befürchteten. Denn mit dem Jahrtausendwechsel, mit dem Wechsel von (19)99 auf (20)00 würden die Elektronenhirne möglicherweise nicht klarkommen, sich abschalten oder gar kollabieren. In einem zeitgenössischen Contipark-Newsletter wird die Jahrtausendwende dann auch als „echter Prüfstein für die Funktionalität des Unternehmens“ bezeichnet. Auf Veranlassung des damaligen Geschäftsführers wurden schon im Vorfeld verschiedene Tests durchgeführt, um „Störungen an prozessorgesteuerten Anlagen“ vorzubeugen. Darüber hinaus wurde ein „Maßnahmenkatalog für die Bewältigung von eventuell auftretenden Problemen an technischen Anlagen und Geräten im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Jahrtausend-Wechsel“ erarbeitet. 17 mögliche Störfälle waren generalstabsmäßig aufgelistet, die Lösungen beschrieben. „Nach derzeitigem Kenntnisstand werden alle technischen Anlagen nach dem 31.12.1999 problemlos arbeiten“, heißt es in dem Leitfaden. Und richtig: Das Jahr 2000 begann genauso störungsfrei, wie 1999 geendet hatte.

Und dann kam der Euro…

Schon zwei Jahre später folgte die nächste große Herausforderung: Die Einführung des Euros zum 1. Januar 2002. Insbesondere die Buchhaltung musste sich intensiv vorbereiten. Auch für die Technik keine leichte Aufgabe. Von einem Tag auf den anderen mussten alle Parkabfertigungsanlagen und alle Kassenautomaten auf die Euroakzeptanz umgestellt werden. Einem Mitarbeiter wird die Euroeinführung wohl auf ewig unvergesslich bleiben: dem heutigen Marketingchef Michael Wolfram. Damals noch verantwortlich für den operativen Bereich in Berlin musste er in den frühen Morgenstunden des 1. Januars die im alten Banktresor in der Berliner Hauptzentrale gelagerten Wechselhartgeldbestände der Kassenautomaten ausgeben. Unter dem gestrengen Blick des hinter ihm stehenden Dieter Luchterhand mühte sich Michael Wolfram mit der – in diesem Moment natürlich klemmenden – Tresortür ab. Sie wollte einfach nicht aufgehen. Doch mit ruhiger Hand konnte er schließlich den Mechanismus bezwingen und das Geld ausgeben. Der widerspenstige Tresor, der als Überbleibsel einer ehemaligen Bankfiliale in den neuen Räumlichkeiten der Contipark Hauptzentrale verblieben war, war dann auch das einzige Problem an diesem kalten Januartag. Dank der guten Vorbereitung durch das ganze Team ging die Euroeinführung bei Contipark der Jahreszeit entsprechend – glatt.