Ein Parkhaus versinkt

„Ich habe gedacht, ich wäre im Film. So etwas hatte ich noch niemals zuvor in der Realität gesehen.“ Das, was ein Augenzeuge schildert, spiegelt wider, was sich im Sommer 2013 in der bayerischen Stadt ereignete. Am Abend des 2. Juni überschritt die Donau in Passau die Höchstmarke des letzten großen Hochwassers aus dem Jahr 2002 mit 10,81 Metern. Als eine der ersten bayerischen Städte hatte Passau daher schon am Sonntagmittag den Katastrophenalarm ausgerufen. Die Bundeswehr schickte Soldaten. Doch die Flut kam schneller und mächtiger als alle Vorhersagen. „Das Wasser stieg schnell und einen Meter höher als erwartet“, beschrieb Oberbürgermeister Jürgen Dupper den Ernst der Lage.

Szenen wie aus einem Wolfgang Petersen Katastrophen-Film: Straßenzüge mussten von der Stromversorgung getrennt werden, die Trinkwasserversorgung wurde eingestellt, weil die Pumpen ohne Strom waren. Das Klinikum Passau wurde durch Tankfahrzeuge weiter mit Trinkwasser versorgt. Tunnel und Brücken wurden gesperrt, für Fußgänger wurde ein Bootsverkehr eingerichtet, der Verkehr im Stadtinneren kam zum Erliegen, zehntausende Liter Heizöl vermischten sich mit den Wassermassen zu einem Ölteppich. Sandsäcke und Flutwände wurden aufgebaut, doch bei dem am Abend des 3. Juni 2013 erreichten Höchststand von 12,89 Meter war alles vergebens.

Auch Contipark blieb nicht verschont

Auch Contipark, mit seinen donaunahen Parkhäusern „Donaupassage“ und „City“, blieb vom Hochwasser nicht verschont. Trotz Hochwasserschutzsystemen, die bis dahin allen Fluten standhielten, wurden sie bei diesem Jahrhunderthochwasser teilweise überflutet und soffen im wahrsten Sinne des Wortes regelrecht ab. Das Parkhaus „City“ wurde komplett überflutet und im Parkhaus „Donaupassage“ stieg das Wasser bis zum vierten Parkdeck an. Insgesamt wurden in beiden Parkhäusern 53 Fahrzeuge Opfer des Hochwassers.

Monatelang dauerten die Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten.

Die richtige Arbeit für Contipark und die engagierten Mitarbeiter vor Ort begann mit dem Rückgang des Hochwassers. Betriebsleiterin Rita Fischer und ihr sechs Mann starkes Team wurden von vier weiteren Kollegen aus Erlangen und Fürth unterstützt. Auch Wolfgang Zetzsche, der zuständige Regionalleiter, reiste an und schlüpfte täglich in seine Gummistiefel um aktiv mitzuhelfen. Die Contipark-Mitarbeiter leisteten Übermenschliches und befreiten die Parkhäuser in einem großen Kraftakt vom Schlamm und Unrat. Doch nicht nur sie, selbst Familienangehörige packen tatkräftig mit an. Alle gemeinsam waren täglich mindestens 12 Stunden im Einsatz, um den Schlamm noch vor dem Festwerden aus den Parkhäusern zu schaffen.

Am 3. September 2013 berichtete die „Passauer Neue Presse“ (PNP) im Artikel „Donaunahe Parkhäuser öffnen schrittweise wieder“: „’City-Parkhaus’ kurz vor Öffnung, ‚Donaupassage’ eventuell in vier Wochen. (…) In dem großen Parkhaus eingangs der Oberen Donaulände laufen nach den großen Reinigungs- und Mauerabrissarbeiten aktuell Maßnahmen in Sachen Brandschutz, Lüftung und Elektrik. Die neuen Schranken sind bereits installiert. Jetzt seien u.a. noch Isolierungsarbeiten zu absolvieren.“

Großer Dank an alle Helfer

Wolfgang Zetzsche war nach der monatelangen Arbeit sichtlich stolz auf seine Mannschaft und bedankte sich bei Rita Fischer, ihrem Mann und ihrem Sohn, sowie allen anderen fleißigen Helfern für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement. Auch die Geschäftsleitung ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, sich bei allen involvierten Kolleginnen und Kollegen vor Ort für ihre außerordentliche Leistung vielmals zu bedanken.

Das Hochwasser 2013 in Passau war die zweitschlimmste Flutkatastrophe in der Geschichte der Stadt. Die Gesamtsumme allein der privaten Hochwasserschäden wird vermutlich bei rund 100 Millionen Euro liegen; die Schäden in großen Gewerbebetrieben, kirchlichen Einrichtungen, Staatsbauten, an Straßen, Kanälen und Brücken sowie an den eigenen Einrichtungen der Stadt dürften ebenfalls ca. 100 Millionen Euro betragen. Eine Seite im Internet mit Rabatt- und Gutscheinaktionen für die Hochwasser-Geschädigten hieß: „Passau kommt wieder. Zusammen“. In diesem Sinne haben auch Contipark-Mitarbeiter 2013 alles für ihre Stadt gegeben.